Direct Search + Executive Search
Um es gleich vorweg zu nehmen, beide Begriffe meinen das Gleiche. Im deutschen Markt
ist der Begriff „Executive Search“ häufiger anzutreffen als Direct Search welches eher in
den USA Verwendung findet.
Direktsuche, Direct Search, Direktansprache und Executive Search meinen stets das der
Personalberater aktiv auf seiner Meinung nach passende Kandidaten zugeht. Damit ist
auch schon ein großer Mehrwert des Personalberaters verdeutlicht, denn durch die aktive
Ansprache erschließt er sich einen Markt der dem Unternehmen selbst nicht zur Verfügung
steht. Der Markt der Wechselwilligen Kandidaten die nicht aktiv selbst suchen ! Dieser Markt
ist nicht zu unterschätzen. Sei es das sich manche Menschen lieber finden lassen als selbst zu
suchen oder das vielleicht die Schmerzgrenze (noch) nicht erreicht ist. Von Fall zu Fall ist auch
durch eine aktive Ansprache erst ein Denkprozess in Bewegung gestoßen. Diese Leute suchen
nicht aktiv die Jobbörsen, Tageszeitungen oder Homepages nach vakanten Stellen ab. Davon
abgesehen werden einige Positionen überhaupt nicht öffentlich gemacht. Dies kann bei hohen
Führungspositionen der Fall sein, aber auch bei Stellen die Neu besetzt werden sollen und im
Moment noch besetzt sind, oder aber wenn es sich um kleinere Branchen handelt bei denen
kostspielige Anzeigen erfahrungsgemäß nicht den gewünschten Erfolg bringen. Hier kann der
Personalberater einen entscheidenden Mehrwert bringen, auch was Qualität, Schnelligkeit und
Diskretion anbelangt.
Das Profil des potentiellen Kandidaten der zu der Vakanten Stelle passen soll wird dabei detailliert
zwischen Klient und Personalberater abgesprochen und im Normalfall auch schriftlich fixiert.
Die Anzeigen gestützte Suche sei es im Namen des Unternehmens oder des Personalberaters ist
dabei eine eventuell begleitende Maßnahme. Zu den Internas gehören die Art und Weise wie
mögliche Kandidaten identifiziert werden. Hier kommt es auf Kreativität, Kontakte und das Netzwerk
des Beraters an. Auch die Attraktivität des Unternehmens hinsichtlich Marktstellung, Ort etc. spielt
eine Rolle möchte man Top Kandidaten zu einem Wechsel begeistern.
Die Idee so vorzugehen wurde in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts in den USA geboren. Zu dieser
Zeit gab es eine große Knappheit an passenden Kandidaten für bestimmte Ämter in der Politik. Also
dreht man den Spieß herum und ging aktiv auf potentielle Kandidaten zu…geboren war das Executive
Search. Interessant wird die Beobachtung des Stellenwertes für die Unternehmen. Im schon phasenweise
einsetzenden „War of Talents“ bedingt durch die immer geburtenschwächeren Jahrgänge wird der
Gewinnung von Fach- und Führungskräften in vielen bis allen Branchen ein deutlich höherer Stellenwert
zugewiesen.
Das sich manche Unternehmen dabei gestört fühlen wenn ein Berater seinen Mitarbeiter kontaktiert ist
verständlich, wurde jedoch im Jahre 2004 vom OLG Köln zugunsten der Personalberater entschieden.
Hierbei heißt es das es nicht wettbewerbswidrig ist wenn ein Personalberater am Arbeitsplatz anruft und
mit dem Mitarbeiter das generelle Interesse eines Wechsels klärt sowie die vakante Stelle kurz beschreibt.
Ausführlichere Gespräche jedoch müssen dann zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart werden. Diese
Vereinbarung darf natürlich noch im Rahmen des Anrufes erfolgen (BGH Aktenzeichen I ZR 221/01).
Mit herzlichen Grüßen
Heinz Achatz
achatz am Dienstag, den 2. Februar 2010
Category: Unternehmensberater | Tags: executive search, personalberatung Comment »


