web 2.0 der Business-Test
Nachdem sich Email und Firmen-Homepage als “Werkzeuge” für die Unternehmenskommunikation, Marketing/PR und Auftragsgewinnung etabliert haben, möchten wir Ihnen einen aktuellen Statusbericht zu “web 2.0-Plattformen” für Freiberufler, Handwerker und Unternehmen liefern.
Web 2.0- Plattformen ermöglichen es den Benutzern, selbst Inhalte zu erstellen und Netzwerke zu knüpfen.
Folgende Angebote haben wir uns angesehen:
Xing: Etabliertes Business-Netzwerk mit über 8 Millionen Nutzern und einem aus unserer Sicht sehr hohen Nutzwert als Geschäftsplattform, insbesondere in der kostenpflichtigen “Premium-Partner”-Variante. Diese Plattform eröffnet Ihnen die Möglichkeit, gezielt Mitarbeiter, Kunden, Vertriebspartner und Lieferanten zu finden. Wir schätzen, dass über 70 % unserer Mitglieder und Partner auch bei Xing gelistet sind. Sehr gut gefallen uns die umfangreichen Suchfunktionen, das interne Mailsystem, sowie die Möglichkeit Interessengruppen zu gründen und in welche einzutreten, was ein sehr interessenspezifisches Networking ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist darüberhinaus der herausragend gut organisierte Schutz der Privatsphäre.
![]()
Linked In: Das weltweit größte Business-Netzwerk, der amerikanische Wettbewerber von Xing, jetzt auch mit einer Deutschen Variante online. Für deutsche Nutzer eher gewöhnungsbedürftige Funktionalität. Wenn Sie international ausgerichtet sind aber wahrscheinlich die bessere Wahl. Eine Mitgliedschaft bei Xing und/oder linkedin gehört für uns schon fast zur Basisausstattung eines modern ausgerichteten Freiberuflers oder Unternehmers. Premium-Partnerschaften sind jedoch bei Linked In deutlich teurer als bei Xing.
facebook: Mit über 300 Millionen registrierten Nutzern das größte Netzwerk im Internet. Jedoch historische Entwicklung aus dem Umfeld “Studenten- und Freundesnetzwerke”, der Schwerpunkt liegt hier also eher im privaten Bereich. Zur Geschäftsanbahnung und Unternehmenspräsentation nur sehr begrenzt mit einer “Fan-Seite” nutzbar.
VZ-Netzwerke: eine deutsche Variante des vorgenannten Netzwerkes. Aus Business-Sicht kommt hier nur die Variante “meinVZ” in Frage. Wir schätzen den Business-Nutzwert eher als gering ein.
twitter: Inzwischen in aller Munde und stark gehypt; der echte Business-Nutzwert ist noch nicht ganz klar und hängt maßgeblich von der Anzahl der Abonnenten der eigenen “tweets”, hier “follower” genannt, ab. Dell und Lufthansa machen aber immerhin schon erfolgreich vor, dass man auch als Unternehmen mit Twitter Geld verdienen kann.
Kennst-Du-einen: Wirbt selbst mit dem Slogan: “KennstDuEinen ist eine webbasierte Plattform, auf der Verbraucher Dienstleister suchen, finden und bewerten können“. Macht auf uns einen etwas unausgegorenen Eindruck : Bei der Suche nach einem Architekten in Berlin wurde zuerst eine Immobilienfirma mit der Bewertung “4″ angezeigt. Sicher ein interessanter Ansatz um nach “echten” Empfehlungen zu fragen. Für das Premium-Paket wird eine “Google-Adwords Anzeige” geschaltet, was man natürlich auch selbsttätig für die eigene Homepage buchen könnte. Die Zukunft wird zeigen, ob hier die Empfehlungen einen echten Mehrwert bilden und die Plattform genügend Besucher generieren kann.
myHammer: Die Versteigerung von Leistungen nach dem Motto “Wer ist der billigste ?” halten wir insbesondere für an Honorarordnungen gebundene Freiberufler für mehr als kritisch: Nicht nur in Bezug auf die fragwürdige Konformität zum Wettbewerbsrecht, sondern auch im Hinblick auf die systembedingten Schwierigkeiten, dauerhaft lukrative Aufträge zu genieren. Dennoch muss man feststellen, dass ein Teil des Marktvolumens – insbesondere im Handwerk – über diese Plattform abgewickelt wird ( O-Ton der Betreiber : “MyHammer ist mit über 1 Million registrierten Nutzern und über 30.000 täglich laufenden Ausschreibungen die Nummer Eins unter den Online-Marktplätzen für Handwerks- und Dienstleistungsaufträge in Deutschland.” ) Wir werden diesen Service weiter beobachten und sind auf die weitere Entwicklung sehr gespannt.
Qype: Diese Anwendung kommt aus der Restaurant- ( oder “deutlicher” ausgedrückt ) Kneipenbewertung. Was mit diesem Marktsegment begann, ist schon längst eine werbefinanzierte , hochfrequentierte Plattform geworden, die auch die Präsentation und Bewertung von Büros und Geschäften in Form von so genannten “Plätzen” ermöglicht. Wir schätzen aber gegenwärtig die Chancen einer “Geschäftsanbahnung” über Qype außerhalb des Gastronomiebereiches noch als recht gering ein.
blogs: Unternehmensblogs sind in Deutschland eher selten.Warum eigentlich? Sind Sie doch eine natürliche Weiterentwicklung der eher statisch aufgebauten Unternehmens-Homepage. Gute Beispiele geben hierfür Daimler und natürlich Frosta. Wir sind überzeugt, dass Unternehmensblogs aufgrund der kostengünstigen und schnellen Realisierungsmöglichkeit (durch vorhandene, leicht anzupassende Standard-Softwarelösungen wie wordpress und typepad) in Zukunft eine viel größere Rolle spielen werden. Einen guten Einblick in den “workflow” eines Blogbeitrages sehen Sie hier. Die Vernetzung in der so genannten “blogosphäre” sollte nicht unterschätzt werden.

- Posterrous
posterous (sehr ähnlich auch amplify und tumbR) : Eine ganz neue und interessante Alternative zum Blog ist diese Plattform. Sie besticht vor allem durch die äußerst einfache und intuitive Bedienung. Es werden wie bei blogs hintereinander aktuelle Meldungen gepostet; diese können aber hier unkompliziert per E-Mail gesendet werden und werden dann vom System automatisch formatiert. Auch besteht eine Vernetzungsmöglichkeit mit anderen Nutzern und die regelmäßigen Berichte können zudem abonniert werden. Im Unterschied zum blog mit seinen RSS-/Atom-Feeds-Abonnenten weiß man hier allerdings wer die Leser sind. Uns fehlen hier zur Zeit noch Individualisierungsmöglichkeiten und die üblichen blog Features mit tagcloud etc. Wir können nur jedem empfehlen, dies einfach mal auszuprobieren, da kostenfrei und technisch brillant gelöst.
formspring.me: Ganz neu ist dieser Service , bei dem anonym Fragen gestellt werden können. Kann perspektivisch für die Unternehmenskommunikation interessant werden, um auf diesem Wege Fragen von Kunden zu beantworten und so zu einer positiven Außendarstellung des Unternehmens beizutragen.
smava: Die Bank im web 2.0. Ein interessantes Beispiel dafür, dass nicht nur Kontakte und Empfehlungen für Geschäftsleute im neuen Web von Interesse sein können, sondern auch die Geldbeschaffung und Geldanlage. Als große Online-Community teilen sich Kreditnehmer und Geber die Margen.
Haben wir noch eine wichtige Business-Plattform vergessen….?
Resümee:
Welche Anwendung(en) man für seine Zwecke am ehesten nutzen sollte, wird von Branche zu Branche unterschiedlich sein . Versuch macht auch hier klug! Grundlegend sollte die folgende Frage vorher geklärt werden: Möchte ich mich eher vernetzen, etwas präsentieren oder schlicht gefunden werden. Wir stellen auch eine Tendenz zur Vernetzung der einzelnen Anbieter untereinander fest. So gibt es z.B. bei “posterous” Einstellungen, die Einträge sofort auch bei dem eigenen facebook-, twitteraccount und blog etc. veröffentlichen. Damit erspart man sich Arbeit und die aktuellen Unternehmensnachrichten erscheinen zeitgleich für die entsprechenden Leser/Nutzer der jeweiligen Plattformen.
Die Wirkung der vorgestellten “Werkzeuge” des web 2.0 entfaltet sich ganz selten sofort, vielmehr werden Ihre Kunden erfahrungsgemäß erst nach und nach die von Ihnen bereitgestellten Kommunikationskanäle nutzen. Bitte unterschätzen Sie auch nicht die Arbeit, die eine entsprechende Pflege dieser modernen Unternehmenspräsenzen verursacht.
admin am Montag, den 11. Januar 2010
Category: Andere, Tests, Wirtschaft | Tags: business, internet, web2.0 2 comments »




Januar 12th, 2010 at 11:27
Wie sieht es aus mit youtube? Sehr viele Nutzer und somit auch sehr viel Potential um Kunden anzusprechen.
Januar 12th, 2010 at 18:12
guter Hinweis, danke sehr. Wir sehen in youtube auch ein mächtiges Businesspotential für Unternehmen und Freiberufler. Allein die Nutzerzahl und das inzwischen ohne großen Aufwand zu drehende Video werden wir in Zukunft im Businesskontext verstärkt beobachten. Bislang gefallen uns die viralen Ansätze und deren extrem schnelle Verbreitung am besten. Beispiel : will it blend? hier klicken